Träume
westlicher Politiker im Iran
Eigentlich
werden Politiker nicht
fürs Träumen bezahlt, auch wenn Lenin das
Träumen ausdrücklich rechtfertigte. Aber
über den Iran scheinen anlässlich der
zurückliegenden Wahlen alle westlichen Politiker in eine Art
Traumkoma gefallen zu sein. Die Tatsache, dass dort die Minderheit der
Intellektuellen und der nach unseren westlichen Vorstellung leben
wollenden Menschen offen für Mussawi und gegen Ahmadi-Nedschad
aufgetreten sind, hat die westlichen Beobachter dazu verleitet, die
Wahlniederlage des Amtsinhabers als sicher bis wahrscheinlich vorher zu
sagen. Und hat Amerika offen die Hoffnung für Mussawi
ausdrücken lassen. Mit weniger Traum und etwas mehr
Gespür hätte jeder wissen können, dass die
Mehrheit der Iraner eben aus konservativer Landbevölkerung
besteht, die, wie die bayerischen Bauern CSU, dort den
religiös richtig aufgestellten Kandidaten wählt.
Etwas mehr Geschichtsverständnnis hätte zu der
Erkenntnis führen können, dass die Sympathie des
Westens und gar Amerikas für jeden Kandidaten eine Niederlage
sichert. Glaubt man im Westen, nur weil man es selbst nicht mehr
thematisiert, dass der Iraner die Rolle des CIA beim Putsch gegen die
demokratisch gewählte Regierung durch den Schah von Persien
vergessen hat? Selbst dem Mullah-Regime kritisch gegenüber
stehende Iraner wissen, dass diese eine indirekte Folge der
amerikanischen Einmischung in iranische Angelegenheiten ist.
Und die sollte die westliche Welt nun endlich mal beenden.
Das Ahmadi-Nedschad mit seinem selbstbewussten Auftreten
gegen die
amerikanischen Zumutungen, das Atomprogramm zu stoppen, die Iraner auf
seiner Seite hat, ist leicht verständlich. Warum soll ein
Iraner akzeptieren, daß Israel Atomwaffen hat, Iran aber
nicht?
Und warum schreiben die westlichen Journalisten den Namen zusammen,
ohne Bindestrich? Würde jemand
Leutheuserschnarrenberger schreiben, so könnte man sich den
Namen kaum merken.