Nachtrag im Mai 2009:

Erfreulicherweise gab es im Mai 2009 auf dem Forum keine Schiessspiele auf dem Freigelände. Herzlichen Dank an die Initiatoren.

Leider aber hat eine private Computerfirma auf ihrem Stand die Kinder die ganze Zeit mit Gewaltspielen spielen lassen. Bei dieser Firma werde ich jedenfalls nichts kaufen.

 

Gewaltverherrlichung beim Forum Desportivo e Educacao in Silves

Ende Mai 2008 fand in Silves das 8. Forum Desportivo e Educacao. Auf dem Freigelände gab es neben Hüpfburgen, Trampolin, Kletterwand, Kartbahn ein Feld, in dem Kinder in Schutzuniformen auf andere Kinder schießen durften. Natürlich nicht mit scharfer Munition, aber das spielt keine Rolle. Die Einladung an Kinder, auf andere Kinder zu schiessen senkt die Hemmschwelle zur Waffenbenutzung und Gewaltanwendung. Ist den Veranstaltern nicht bekannt, dass das Senken der Hemmschwelle, zu der auch Schiessspiele am Computer beitragen, eine der Hauptursachen für die zunehmende Gewalt unter Jugendlichen ist? Haben die Veranstalter nichts von den zunehmenden Erschiessungen und Erstechungen auf Schulhöfen gehört? Ein Stand, der zu Gewaltfreiheit auffordert, der den Kindern das Lösen von Konflikten und den Aufbau von Freundschaften beibringt, wäre angemessener.

Warum erlaubt die Verwaltung der Stadt Silves den Aufbau solcher kriegsverherrlichender Schiessplätze für Kinder? Ist es nur Unaufmerksamkeit oder sollen unsere Kinder darauf vorbereitet werden, begeistert als Kanonenfutter in den nächsten Krieg zu ziehen? Sind die Kriege in Afghanistan, Irak und anderen Teilen der Welt nicht im Gegenteil Anlass, zu verhindern, dass unsere Kinder als Soldaten oder Zivilisten Opfer machthungriger Politiker und Generäle werden? Ich jedenfalls habe meinem Sohn  die Teilnahme verboten, wobei mir der Hinweis auf die Schmerzen am Bein eines teilnehmenden Schulkameraden half. Aber wie viele Eltern werden einen solchen Schritt anlässlich des Gruppenzwangs unter Kindern tun? Und der am Bein verletzte Junge fand das Spiel trotz seiner Schmerzen „geil“, was zeigt, dass dieses idiotische Spiel selbst bei schmerzhaftem Ausgang zu Begeisterung für die Waffennutzung gegen Menschen, in diesem Fall gegen Schulkameraden, führt.  


Im Frühjahr 2009 fuhr ich mehrfach zwischen Lagoa und Lissabon mit dem EVA-Bus. Eine gute, preiswerte und schnelle Verbindung, kostet 19,- Euro, das kostet die Mautgebühr für eine Fahrt auf der Autobahn. Drei Stunden Fahrzeit kann man in den komfortablen Bussen gut aushalten, kann sich ausruhen oder lesen.

Aber leider: Über die Bildschirme flimmerten entsetzliche Gewaltfilme, regelrechte Abschussorgien wurden da gefeiert. Die Regisseure müssen so krank sein wie die Personen, die diese Art von Filmen in öffentlichen Verkehrsmitteln einlegen.

Ich schrieb zunächst eine email an EVA-Bus, nachdem aber keine Antwort kam, auch an das Verkehrsministerium und mehrere Zeitungen. Antwort erhielt ich keine, aber bei meiner letzten Fahrt wurde ein schöner, familienfreundlicher Film gezeigt: Na also!

Hier der Text:

NO PORNOGRAPHIC OR VIOLENT VIDEOS IN EVA BUS!

PLEASE FORWARD THIS EMAIL IMMEDIATELY to the responsible person, and send me an answer, to whom you have forwarded it. There is a serious problem in the public transport in Portugal.

Dear Ladies and Gentlemen

Saturday the 14th March 2009 I took EVA BUS from Lagoa to Lisbon, 11:00 to 14:00. During the whole trip a movie was shown, which was in the worst sense glorifying violence. A "hero" was shooting all time and killing hundreds of individuals. In a sword fight this "hero" did cut off the face of his enemy, so it fell down. Of course, the “hero” was white, his enemy black! The whole film was senseless and violent, filmed in an apocalyptic depressive grey and black colour scheme.

The bus is a public transport, even if it is a private company. You are probably aware of the killing of 14 persons in a German school last week. (Winnenden)

The increase of violence in society and schools is a result of this kind of films, violent computer games etc.

I asked several persons of the staff, they all felt not responsible. I received the name of Mr. xxxxxxxxx with phone number yyyyyyyyyyy, but I can't reach him.

I am now asking the minister of transport in Portugal, to make sure, THAT FROM NOW ON, NO VIOLENT OR PORNOGRAPHIC MOVIES WILL BE SHOWN ON PUBLIC TRANSPORTS.

I will have to travel on the 29th march again from lisboa to lagoa, with my 3 years old daughter. I can only use buses, if they refrain from showing violent or pornographic movies, because I have to protect my children!!!

 STOP VIOLENT OR PORNOGRAPHIC VIDEOS IN PUBLIC TRANSPORT!